Die Anreise zieht sich von Freitag bis Sonnabend hin. Und
so nutzen wir den Freitag Abend um uns beim „Griechen" zu stärken
und Mut anzutrinken.
Das Berliner Wetter zeigt sich am Renntag von seiner
besten Seite: Sonnig und windstill. Der Start der 12 Mannschaften erfolgt
um 15:00 Uhr und findet in drei Startreihen statt. Die vorderen
Startplätze werden in einem 1,5 km-Qualifikationsrennen um 12:00 Uhr
ausgefahren. Sieben Mannschaften nehmen daran teil. Die restlichen fünf
Startplätze werden ausgelost.
Der Start des Qualifikationsrennens erfolgt als
Verfolgungsrennen mit 30 Sekunden Abstand. Unsere Renngemeinschaft zeigt
beim Start noch einige Abstimmungsprobleme. Doch nach kurzer Zeit läuft
das Boot wie geschmiert und wir holen fast das vor uns gestartete Boot
ein. Zum Schluss fehlt uns nur eine Sekunde zum Erstplatzierten „Elb
Meadow Masters" aus Dresden. Wir sind natürlich mehr als zufrieden
mit dieser guten Ausgangsposition für's Hauptrennen.
Wir nutzen die Zeit bis zum nächsten Start um unsere
Akkus durch leckere Nudelsalate, Buletten, Kuchen, Naschis und mehr
aufzuladen. Wir haben schon jetzt alle viel Spaß miteinander. Der vom
Geburtstagskind Kuni spendierte Kasten Bier, lässt Vorfreude auf den
Zieleinlauf aufkommen. Aber bis dahin werden wir alle an unsere Grenzen
gehen müssen.
Der Start verläuft wie geplant. Wir können uns aus der
ersten Startreihe sofort mit den „Elb Meadow Masters" vom Feld
absetzen und liegen über mehrere Kilometer gleich auf. Nur einige
kreuzende Segelboote, die offensichtlich unsere Geschwindikeit
unterschätzen, können uns im Moment gefährlich werden. Wir versuchen
unsere Taktik umzusetzen und auf der Welle des Gegners mit zu schwimmen.
Dabei kommt es zweimal zu „Feindberührungen". Die erfahrenen
Paddler der „Elb Meadow Masters" haben allerdings einen anderen
Plan und schütteln uns in einer Blitzattacke ab. In dem aufgewühlten
Wasser hinter dem Gegner verlieren wir den Anschluss und wir setzen zur
Verfolgung an. Für unseren Steuermann Peter natürlich ein Vorteil, um
sich in den fremden Gewässern nicht zu verfahren. Petra die mit ihren
Trommelschlägen und Kampfrufen das letzte aus uns herausholt, informiert
uns dabei auch über den Abstand unserer Verfolger. Immer wieder greifen
wir mit druckvollen langen Schlägen an. Aber der Abstand des Gegners
vergrößert sich. Jetzt gilt es unsere Verfolger in Schach zu halten.
In regelmäßigen Abständen ziehen wir unser Tempo an.
Erstaunlicherweise sind bis zum Schluss immer wieder kleine Reserven zu
mobilisieren. Auf den letzten Kilometern, als wir endlich die Zielinsel
vor uns sehen, wird es klar: Wir können den zweiten Platz schaffen!
Endlich! Stürmischer Applaus der Zuschauer im Ziel macht
uns klar: Wir haben den zweiten Platz in einem starken Starterfeld
errungen, mit einer Zeit von 1:51:18.
Überglücklich und Stolz schnappen alle nach Luft und
füllen die Flüssigkeitstanks wieder auf. Langsam schippern wir zum Steg.
Bei vielen will der aufrechte Gang nicht auf Anhieb klappen. Mit letzten
Kraftreserven und völlig durchgefroren wird das 250 kg schwere Boot auf
den Trailer gehievt. Zum Glück geht es Jeannets eingequetschten Finger
wieder besser.